Bewusster Textilkonsum: Mein erster Schritt dorthin

Wie Alles Anfing 

Genau vor 4 Jahren ließ ich mir aus eigener Neugier meinen „slavery footprint“ ausrechnen. Den calculator dazu, findest du auch Heute noch Online und zwar genau hier

Der slavery footprint calculator berechnet dir, in Bezug auf die Produkte die du besitzt und konsumierst, die Anzahl der „Sklaven“ die dafür arbeiten. Der Begriff Sklave wird hier bewusst und präzise genutzt und soll jedem Individuum, dessen Verbindung zur modernen Sklaverei erkennbar machen. Denn auch die Ausbeutung von Arbeitskräften in der Produktion oder für Dienstleistungen ist ein Teil der modernen Skalverei. Gespannt und neugierig führte ich damals den calculator aus und mein Ergebnis war erschreckend – ausschlaggebend genug meine Sichtweise und Einstellung zu meinem persönlichen Konsum zu ändern.

Erstens

Ich besaß wortwörtlich ein Berghaufen an Klamotten, von denen ich –grob gerechnet – noch nicht mal die Hälfte anzog.


Zweitens

Wenn man sich da erstmal bewusst macht unter welchen unmenschlichen und naturausbeuterischen Umständen einige Kleidungsstücke auf der anderen Seite der Welt hergestellt werden, die ich nicht gelernt habe komplett wertzuschätzen oder zu gebrauchen, entwickelt man nicht nur ein mulmiges Gefühl sondern man fühlt sich auch mitverantwortlich für das „Dilemma“ des 21. Jahrhundert. Es ist erschütternd zu wissen, das die wahren Kosten für unsere Kleidung andere tragen müssen.

 

Ihr kennt bestimmt den Quote:

“So many clothes but nothing to wear“

 

In diesem Zitat habe ich mich immer wiedergefunden – es mit Humor genommen und mich dem „Frauenphänomen“ hingegeben ohne ihn zu hinterfragen. Nachdem ich angefangen habe mich zum ersten Mal mit meinem eigenen Konsum – erstmal Kleidung – auseinanderzusetzen,  ist mir bewusst geworden, dass dieses Zitat nicht nur ein Phänomen sondern ein echtes Problem in unserer Konsumgesellschaft darstellt. 

Billigproduktion macht es möglich das wir alles zu einem Schnäppchenpreis ergattern können. Die wahren Kosten der Wertschöpfung, verschleiert in einem schlanken Euro sind uns nicht bewusst und wir entwickeln eine zunehmende Gleichgültigkeit sodass die Wertschätzung für ein Produkt und die tatsächliche Arbeit die darin steckt immer mehr verloren geht.

Darüber hinaus legte ich mehr Wert auf Quantität anstatt Qualität. Aus lauter Ungeduld zog ich es vor, mehrere Teile in kürzester Zeit zu kaufen – griff lieber nach billig produzierter Ware und konnte mir auch nur so – mehr in kürzester Zeit leisten. Wer aber an Kosten spart, spart nicht selten an Qualität – die Verarbeitung war mir aber gleichgültig und über Langlebigkeit war schon garnicht mehr die Rede. Bei den billigen Teilen hätte es mir ja egal sein können, ob ein paar Klamotten nach einem Fehlkauf garnicht mehr passen oder nach paar mal Tragen wieder kaputt gehen würden. Diese konnten dann schnell, wieder durch ein neues Trendteil ersetzt werden – und der Kaufwahn ging weiter…

Und so nahmen die Dinge ihren Lauf…

Seither habe ich angefangen mir die Zeit zu nehmen mein Konsumverhalten kritisch zu hinterfragen. Überlegt welche Maßnahmen ich selber ergreifen kann um mich ausschließlich mit Kleiderstücken zu umgeben die ich wirklich, wirklich liebe. Mir verging die Lust – die Lust nach Wegwerf Mode und unzähligen Klamotten die es bis zu meinem Kleiderschrank geschafft haben, um dort verbannt zu bleiben – für die Ewigkeit als Schrankleichen. 

Mittlerweile suche ich nach einem höheren Wert und Zweck wenn ich Kaufentscheidungen treffe. Dies tue ich aus Liebe zu mir selber, Achtsamkeit gegenüber der Natur und Wertschätzung gegenüber den Menschen und Geschichten hinter den Produkten.

Schon damals hatte ich mich dazu entschieden etwas zu ändern. Und umso mehr bin ich jetzt entschlossen aktiv zu werden und nicht mehr länger zu zögern.

Hier auf meinem Blog möchte ich meine Erfahrungen, Gedanken und Schritte zu einem bewussteren und nachhaltigen Konsum dokumentieren, um Ihn mit dir zu teilen 🙂 

 

Zitat und Anregender Gedankengang:

We choose the skincare & cosmetics we use to ensure we’re putting fewer chemicals on our body & into our planet.
But what about our clothing? What would happen if we looked at not only the fabrics that our clothes were made of,
but also the people making our clothing.
Don’t they also deserve the same care & consideration? 

Trisha Hughes

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