Natürliche Körperbutter zum selber machen

 

Der kühle Herbst klopft langsam an der Tür und meine Haut schreit schon förmlich nach mehr Feuchtigkeit und Liebe. Denn in dieser Zeit wird sie schneller trocken. Der perfekte Zeitpunkt also – mich an meine langersehnte Körperbutter zu wagen.

Meine Whipped Revolution

Natürliche Körperbutter und Öle wie Sheabutter und Kokosöl gehören schon seit mehr als 4 Jahren zu meinen Lieblings Hautpflegeprodukten. Mittlerweile sind sie schon garnicht mehr aus meiner Pflegeroutine wegzudenken. Jedoch habe ich bis jetzt, alles immer pur aufgetragen. Das hat sich aber im Verlauf der Zeit, als sehr mühsam erwiesen. Vor allem das auftragen von pflanzlichen Buttern in kalten Jahreszeiten wurde mir nach einiger Zeit viel zu unangenehm. Ich hoffe du weisst was mit pflanzlicher Butter passiert wenn es kühler wird? – Genau – es wird hart und lässt sich sehr schwierig und mühevoll einreiben. Übrig bleibt ein fettiger Ölfilm auf der Haut, der dann auch nicht so schnell einzieht wie man gerne hätte. 

Freiraum zum abschalten und entspannen

Vielleicht hasst du diese Erfahrung auch schonmal erlebt und weisst, dass das eincremen – dementsprechend –  keinen spass mehr machen kann. Die Körperpflege sollte aber nicht zu einer anstrengenden Tätigkeit werden. Statdessen soll man sich wohl fühlen und genügend Freiraum zum abschalten und entspannen finden. Aus dem Grund habe ich mich erst seit kurzem so wirklich, wirklich dazu inspirieren lassen, die verschiedenen Öle und Butter miteinander zu vermischen.  So kann ich mir viel Arbeit und Mühe beim auftragen sparen, da ich jetzt verschiedene, reichhaltige Öle und Butter in nur einer gleichmässig und geschmeidigen Masse einbringen kann. Und diese Masse fühlt sich nicht nur fluffig an, sondern lässt sich auch leichter und schneller auftragen – Unabhängig von Temperatur und Jahreszeit.

Die Körperbutter oder mittlerweile auch weiterverbreitet unter dem Namen whipped Shea- oder Bodybutter ist simpler als sie aussieht und ein mehrfacher Feuchtigkeitsbooster für deine Haut. Die Zubereitung eignet sich vor allem an alle die sich zum ersten Mal auf dem Gebiet der Naturkosmetik erproben wollen.

Es sind diese Bilder die sich im Netz tummeln, von dieser fluffig aufgeschlagenen Körperbutter, die wortwörtlich verlockend zum vernaschen aussieht! Und ich hab mich jetzt mal zusammengerissen, um mit dir gemeinsam meine erste cremige Körperbutter zu mischen. Bevor es aber mit dem mischen losgeht, gibt es noch ein paar Tipps zur Vorbereitung:

 

Hygiene:

Eine allgemeine Einführung zur Hygiene, findest du in meinem Beitrag das kleine 1 x 1 der Naturkosmetik. Denn auch hier gilt, dass die Haltbarkeit deines Pflegeproduktes von den hygienischen Bedingungen am Arbeitsplatz während der Herstellung bestimmt wird. Aus dem Grund empfehle ich dir folgende Maßnahmen zu ergreifen, um die Keime in den Behältern und später auf deiner Haut zu reduzieren:

  • Mein Equipment  habe ich sorgfältig mit kochendem Wasser abgespült. Alternativ kannst du dein Equipment auch mit Weingeist besprühen.
  • Alle Tiegel und Flaschen habe ich mit kochendem Wasser geschwenkt. Alternativ auch mit Weingeist anstatt kochendem Wasser möglich.
  • Hände gründlich waschen und abtrocknen, bevor es mit dem Anrühren los geht.
  • Bei meinem Verpackungsmaterial versuche ich generell auf Plastikbehälter zu verzichten da sich ansonsten schädliche Chemikalien wie Weichmachern in den Produkten ablagern können.
 

Equippment:

  • 1x Handrührgerät
  • 1x Wasserbadschüssel  (alternativ geht auch eine kleine hitzefeste Schüssel die du über einen größeren Topf mit kochendem Wasser stapeln kannst. Hier darf der kleinere Topf auf keinen Fall den Boden des größeren Berühren)
  • 1x Normaler Topf (hier kocht gleich das Wasser)
  • 1x Löffel
  • 1x Aufbewahrungstiegel
  • 1x Backspritzgerät (optional) für den whipped Look! 
 
Tipp: Im Vergleich zu Holz und Plastik sind Keramik -oder Metallschüssel sowie Rührlöffel leichter zu reinigen und somit hygienischer.
 
 
 
 

Zutaten:

Meine Zutaten beziehen sich auf eine Füllmenge von c.a 250ml

 
Achtung: Mangobutter ist viel härter als alle anderen Butter und braucht was länger bis es weich wird oder schmilzt.  
Hier gerne schon was länger draußen unter Zimmertemperatur einweichen lassen oder wenn es schneller gehen soll, die Mangobutter in eine Tasse füllen und die Tasse anschließend auf die Heizung oder in eine kleine Schüssel mit heissem Wasser legen.
 
 
 
Da der Geruch von Sheabutter für manche sehr unangenehm ist, habe ich die Menge im geringer gehalten als üblich. Du bist aber frei eine beliebig Menge an Butter beizumischen. Wichtig ist nur das du das Verhältnis zwischen Butter und Öl beachtest, damit deine Bodybutter, später schön cremig und sahnig wird.
 
 

Ätherische Öle:

Die Faustregel – 1ml (c.a 20 Tropfen) ätherisches Öl auf 100 ml des Produktes.
In diesem Fall habe ich maximal 35 Tropfen benutzt, nach folgendem Verhältnis:
 
  • 50% Vanille (süß)
  • 40% Bergamotte (fruchtig)
  • 10% Jasmin,Lavendel & Zedernholz  (sinnlich, beruhigend, rauchig)
 
Optional:
 
1 TL pflanzliche Stärke, z.B. Maisstärke für eine mehr seidige Konsistenz und weniger fettende Konsistenz.
 
 

Vorbereitungszeit:

30 Min. – 45 Min. (einschließlich Abkühlzeit)
 

Schwierigkeit:

leicht

Zubereitung:

 
 
 
  1. Sheabutter, Kakaobutter, Mangobutter und alle flüssigen Öle zusammen kippen und in die Wasserbadschüssel geben.
  2. Nun soll die Mischung im Wasserbad bei niedriger Temperatur sehr langsam und schonend wie Möglich erwärmt werden. 
    Das Öl darf niemals rauchen oder kochen, sonst verliert es ihre heilende Eigenschaft oder könnte im schlimmsten Fall sogar toxisch wirken.
  3. Sobald deine Buttermischung flüssig ist kannst du sie 10 Minuten unter ständigem rühren bei Raumtemperatur abkühlen lassen.
  4. Anschließend stellst du deine Mischung für c.a  15 min ins Gefrierfach.
  5. Sobald du merkst das die Flüssigkeit trüber wird und sich an den Rändern verfestigt, hast du die perfekte Konsistenz zum aufschlagen. Die Masse kannst du nun mit einem Schneebesen aufschlagen, bis die Konsistenz cremig und fluffig wird.
  6. Jetzt ätherischen öle einträufeln und gut unterrühren. 
    Da ätherische Öle sehr empfindlich sind, solltest du sie dem Produkt erst während der Auskühlphase hinzufügen.
  7. Nun kannst die Masse beliebig wieder 10 Min. in den – Achtung diesmal Kühlschrank – legen. Die Masse sollte danach fester sein aber nicht hart.
  8. Nun wieder aufschlagen bis du deine gewünschte Konsistenz erreicht hast.
  9. Körperbutter mit einem Backspritzgerät in ein Glastiegel abfüllen – Kühl aufbewahren, damit es nicht schmilzt und Fertig!

 

Geheimtipp: Der Whipped Bodybutter ist ein echter Allrounder und kann auch als pflegendes Moisturizer oder als Haarkur – für alle Haartypen – verwendet werden. Er versorgt trockenes sprödes und strapaziertes Haar das zu Spliss oder Haarbruch neigt – macht es wieder weich und geschmeidig und gibt dem Haar seinen natürlichen Glanz zurück.

Unverträglichkeitstest:

Generell empfehle ich dir das fertige Produkt in der Ellenbeuge aufzutragen, denn hier ist die Haut sehr zart und empfindlich. Sollten nach 24 Stunden keine Rötungen, Juckreiz oder Ausschlag entstehen verträgst du die Körperbutter.
 
Bei extrem sensiblen Hauttypen und Allergikern ist es empfehlenswert, die Inhaltsstoffe schon vor dem Mischen auf die Ellenbeuge zu testen, um dann abzuwarten ob sich einer der genannten Reaktionen zeigt.
 
 

Anwendung & Hygiene:

Um das übertragen von Keimen auf der Haut zu vermeiden, würde ich dir empfehlen deine Körperbutter immer mit einem kleinen Löffel oder Spaten zu entnehmen und nicht mit deinen Fingern.
 

Haltbarkeit:

Die Body Butter ist bis zu sechs Monate haltbar.
 
 
Übung macht den Meister:

Die Bodybutter auf meinen Beitragsbildern ist das Produkt eines zweit Versuchs. Meine erste Bodybutter war ein kleiner Fail, weil ich die die Butter beim 7. Schritt zu lange im Kühlschrank bewahrt habe. Dadurch wurde sie viel zu hart und ich konnte sie nicht mehr umrühren.
Das Ergebnis war dann nicht mehr so schön anzusehen, denn die Butter war nicht mehr so cremig und fluffig wie am Anfang.
 
 

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