Bewusstseinswandel, Selbstakzeptanz und Nachhaltigkeit

Vor einigen Jahren entschied ich mich dazu mein Lifestyle zu ändern. Gesünder und natürlicher Leben waren da noch meine ersten Vorsätze. Die Entscheidung die ich damals getroffen hatte, ist das Resultat einer langen Reise die von starker Selbstkritik, Unzufriedenheit, Minderwertigkeitskomplexen und Bitterkeit gekennzeichnet war. Während dieser Zeit habe ich meinen Körper unter unachtsamen Bedingungen ausgesetzt, dessen Folgen auf langer Dauer nicht mehr zu übersehen waren.

Meine Story

Ein bekanntes Beispiel ist die Jahre lange Nutzung von chemischen Haarglättungsmitteln auch bekannt als Relaxer. Diese nutze ich, um meine Afro gekennzeichnete Haarstruktur wortwörtlich zu vernichten, damit sie dem westlichen Schönheitsideal einer glatthaarigen Frau entsprechen. Kopfhautverbrennungen und Haarausfall waren die Folgen meiner Jahrelangen Übernutzung – eines Chemie belastenden Produktes – dessen folgen auf Körper und Gesundheit bis Heute noch nicht komplett erforscht sind. Ein anderes Beispiel ist die Nutzung von Hydroquin enthaltende Gesichts- und Körperlotionen.

Mein Ziel war es meine Pigmentstörungen auszugleichen, die aber – wie ich später gelernt habe – durch UV (Sonnenlicht) Strahlung  auf meiner Haut entstanden sind. Ein guter Sunblocker hätte dieses Problem schon lösen können. Das Ergebnis war auf jeden Fall eine noch schlimmere lichtempfindliche Haut und damit hergehend noch mehr Hautunebenmäßigkeiten als vorher.

Bewusstseinswandel 

Diese und noch einige andere Fälle haben mich irgendwann zum Denken angeregt. Ich hatte erhofft zufriedener mit mir selber zu werden, stattdessen wurde ich noch verzweifelter und deprimierter. Mein Bewusstseinswandel erlebte ich schließlich 2013. Und dabei beziehe ich mich nicht auf irgendeine esoterische Theorie. Sondern viel mehr auf einen ganz natürlichen Prozess der im Leben stattfindet, wenn wir Anfangen falsche Handlungsformen oder negative Gedankenmuster wahrzunehmen und die Konsequenz daraus ziehen etwas daran zu ändern. Und zwar aktiv.

In meinem Fall habe ich erkannt das ich etwas ändern muss. Ich habe erkannt das ich meinen Körper und meine Gesundheit wohl eher langfristig Schade, wenn ich weiterhin unbewusst Produkte kaufe und benutze die mir schaden. Und meine Gesundheit gefährden.

Schritt für Schritt bewusster

Den ersten Schritt machte ich 2013, als die so genannte Natural Hair Bewegung –immer stärker voranschritt.

 

Natural Hair Movement:

Die Natural hair movement ist eine Bewegung die Frauen und Männer afrikanischer Herkunft motiviert ihre natürlichen Afro gekennzeichnete Haarstruktur zu tragen. Diese Art von Bewegung hat es in den letzten Jahrzehnten schon mehrmals gegeben. Aber Anfang der 2000er schnappte eine neue Welle der Natural Hair Bewegung hoch. 

 

Die Bewegung hatte mich damals sehr stark inspiriert. Ich schnitt meine Haare ab. Und warf alle meine Haarprodukte wortwörtlich in den Müll, um neu anzufangen.

 recht radikal aber gut :D 

Ich wollte meiner Kopfhaut die Möglichkeiten geben sich von allen schädlichen Eingriffen – denen sie Jahrelang ausgesetzt war – zu erholen. Und ihr die Möglichkeit geben sich wieder aufzubauen.

Mein Anfang bewusster zu konsumieren

In Foren und Blogs wie z.B Urban Bush Babes, habe ich mir aufklärende Beiträge durchgelesen, um mehr über meine “exotischen“ Haare zu lernen. Denn nur so konnte ich auf meine eignen Bedürfnisse eingehen und eine gesunde, abgeheilte Kopfhaut sicherstellen. Ich habe es mir zur Herausforderung gemacht keine Produkte mehr zu kaufen, in denen Inhaltsstoffe enthalten waren die ich nicht zuordnen konnte. Und nahm mir oft die Zeit, mich im Netz über die einzelnen Stoffe aufzuklären. Damit ich genau wusste was so ein Produkt mit meinen Haaren anstellt, recherchierte ich oft im Internet nach den enthaltenden Inhaltsstoffen, bevor ich ein Pflegeprodukt kaufte. 

Weil mir das ganze recherchieren nach einer Weile zu aufwändig wurde, griff ich nach einer anderen Alternative. Und zwar habe ich versucht meine Pflege so einfach und minimalistisch wie möglich zu halten. Wichtig war mir aber wie immer die Transparenz – also ganz genau zu wissen was in den Produkten drin war – welche Auswirkungen die Inhaltsstoffe hatten und ob das Produkt auch auf meine eigenen Haarbedürfnisse eingeht. Am Ende bestand meine Pflegeeinheit nur noch aus einem Shampoo,  3 pure unraffinierte Öle und Shea Butter.

Ich hatte den perfekten Überblick über alle Inhaltsstoffe und kannte ihre Wirkung an meinen Haaren und meiner Kopfhaut. Für mich persönlich war das die perfekte Grundlage meinen Haaren Zeit zu geben –  sich in Ruhe aufzubauen und gesünder zu werden. Weil meine Afrohaare sehr sensibel und pflegebedürftig sind. Nahm ich mir die Zeit mehr über sie zu lernen.

 

Mein Tipp: Um die perfekte Voraussetzungen für gesunde Afrohaare zu schaffen, sollte man ihnen eine gute Wachstumsgrundlage bieten. In dem man nicht direkt nach einem Produkt aus dem Handel greift. Sondern erstmal lernt zu geben was ihnen zusteht, und zwar Zeit, Liebe und Zuwendung. Danach heisst es horchen und erkennen was sie brauchen, um rundum gesund zu bleiben. Dieses Prinzip lässt sich meiner Meinung nach auch auf die Hautpflege übertragen.

 
Selbstakzeptanz und ein Wandel der seinen Lauf nimmt 


Ich habe mit der Zeit gelernt meine Haare als ein Teil meiner Selbst zu akzeptieren, zu pflegen und ihnen den Freiraum zu geben sich in ihrer natürlichen Art und Weise zu entfalten. Und nach oben hinaus wachsen zu lassen. Mein Bewusstseinswandel hat mit meiner Natural Hair Journey angefangen und weitet sich seitdem immens in meinem Leben aus. Sei es der Umgang mit meinem eigenen Körper durch meine Körperpflege, Ernährung oder Konsumverhalten. Der Wandel hat sich in mehreren Bereichen meines Lebens übertragen und nimmt auch noch Heute seinen Lauf.

Was ich unter Nachhaltigkeit verstehen

Generell versteht man unter Nachhaltigkeit eine ressourcenschonende, zukunftsfähige Produktions- oder Lebensweise. Früher habe ich mit den Begriff Nachhaltigkeit eher Umweltschutzmaßnahmen oder Emissionsminderung in Verbindung gebracht. Mittlerweile erkenne ich aber, das sich dass Konzept der Nachhaltigkeit auf jeden einzelnen Menschen übertragen lässt. Denn zu wissen welche Konsequenzen unser Handeln auf uns und unsere Umwelt hat, in der wir leben. Bietet uns den perfekten Anstoß zu lernen achtsamer mit uns selber, unserem Umfeld und der Natur umzugehen. Damit die vielen schönen Dinge, die uns das Leben reichhaltig zu bieten hat, auch für lange Zeit erhalten bleiben.

Für mich schafft Nachhaltigkeit die Basis für einen bewussteren Lebensstil. Deswegen kann ich beides nicht voneinander trennen. Nachhaltigkeit hat für mich viel mehr mit Liebe, Wertschätzung und den daraus resultierenden Drang zum achtsamen und schonendem Handeln zu tun. 

 

Gedankengang: Wenn Nachhaltigkeit bei uns Anfängt ...

Ich glaube, dass ein schonender, achtsamer und
nachhaltiger Umgang mit uns selber
der erste schritt zur Selbstakzeptanz und Selbstliebe ist.
Wenn wir noch einen Schritt weitergehen und
diesen Umgang auf unsere Umwelt übertragen
sind wir in der Lage nicht nur uns
sondern auch der Welt etwas gutes
zurück zugeben.  

 

 

2 Kommentare zu “Bewusstseinswandel, Selbstakzeptanz und Nachhaltigkeit

  1. Seit fast einen Monat trage ich meine Haare offen und es gefällt mir wirklich. Nur ist es so dass sie mir dauernd ausfallen (dabei käme ich sie nicht). Würde es helfen wenn ich mir die Spitzen schneide oder muss alles ab :/
    Ich würde gerne mehr über deine Hair Routine wissen und wie du das mit der Schule und den Freunden (die dauernd fragen stellen) hinbekommen hast. 😉
    Super Beitrag. Keep going!

    • bathibahati

      Hey =)

      Ich finde es toll das du deine Haare seit einem Monat offen trägst.
      Das mit dem Haarausfall ist aber so eine Sache. Es gibt viele Gründe, dass Haare ausfallen können. Stress, Ernährung oder eine falsche Kopfhautbehandlung uvm. Bei mir war das so, dass meine Haare vom chemischen glätten brüchig und fragil wurden. In der Zeit trug ich auch sehr oft Braids oder Cornrows wegen der Haarverängerung. Meine Haare waren somit immer ziemlich starkem Druck und ziehen ausgesetzt. Und weil sie dem nach einer Weile nicht mehr standhalten konnten, sind manche Partien nach einer Weile einfach ausgefallen. Somit habe ich mir meine kompletten Haare kurz geschnitten. Um meine Kopfhaut besser behandeln und neuen Haarbruch vermeiden zu können. Soweit ich weiß schneidet man die Spitzen auch nur um Spliss vorzubeugen. Damit kannst du halt sicherstellen, dass deine Haare lang und gesund wachsen. Und nicht immer schon abbrechen. Das spitzen schneiden die Ursachen für Haarausfall bekämpfen, wäre mir nicht bekannt. Wenn deine Haare genauso wie bei mir damals durch verschiedene Haarstyles zu sehr beansprucht werden, würde ich dir empfehlen erstmal eine zeitlang keinen Zopf, Braids, Cornrows oder ähnliches zu tragen. Schonendes kämmen wäre auch eine Empfehlung. Die Haare dann am besten immer im feuchten Zustand kämmen. Ansonsten würde ich dir auch empfehlen einen Arzt aufzusuchen. Vielleicht liegen die Ursachen ja ganz woanders 🙂

      Was meine Routine angeht:
      Seit langer Zeit trage ich meine Haare in protective Hairstyles. Also im tiefen Dutt oder Crochet Braids. So kann ich sicherstellen das meine Haare so gut es geht von äußeren Einflüssen geschützt werden, ich sie in Ruhe lasse und sie gut wachsen können. Ansonsten schaue ich immer das meine Spitzen nicht trocken werden. Zum Beispiel mit Sheabutter oder Kokosnussöl behandle ich sie meistens. Meine Haare kommen nie mit einem Glätteisen in Berührung und geföhnt habe ich meine Haare schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr. Regelmässige Kuren find ich wichtig und wenn ich schlafen gehe, müssen meine Haarspitzen immer getwistet oder geflochten sein.

      Das mit den dauernd Fragen stellen, habe ich nicht so ganz verstanden. Aber ich wurde damals oft von Bekannten oder Freunden – vorallem aus der Community gefragt, warum ich meine Haare nicht mehr glatt sondern eher krausig trage. Glatte Haare würden besser aussehen und mir auch besser stehen hieß es. Ich war mir meiner Entscheidung aber ziemlich bewusst und auch sehr glücklich meine Haare natürlich zu tragen. Das hab ich dann auch immer so erklärt. Manche fanden das cool und manche nicht. Das war mir aber auch egal, für mich war es wichtig das ich mich mit meiner Entscheidung am wohlsten fühle.

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