Warum blogge ich über Slow Fashion?

Warum dreht sich auf meinem Blog so vieles um Klamotten? Diese Frage stellen sich wahrscheinlich viele die mich kennen und wissen, dass ich noch nie so wirklich ein Fashion Victim gewesen bin. Geschweige denn, jemals den Ruf einer Fashionbloggerin angestrebt habe. Aber ich muss ehrlich zugeben. Ich bin ein Musenkind und liebe die Kunst sich auch ohne Worte, auf einer kreativen Art und Weise ausdrücken zu können.

Bedeutung
Was bedeutet Kleidung für mich?   

 

Mich einfach wohlfühlen, in meiner ersten und zweiten Haut.

Kleidung erfüllt für mich lebensnotwendige Funktionen. Sie ist wie eine zweite Haut und schützt uns vor Umwelteinflüssen wie Kälte, Wärme, Niederschlag und Strahlung. Gleichzeitig erfüllt sie für mich auch die Funktion mich als Person zu unterstreichen und zu schmücken. Es macht mir Spaß mit Schnitten, Farben und Stoffen zu experimentieren. Outfits herauszusuchen die meinen Geschmack akzentuieren. Meine Laune, Gefühlslage und Anlässe ausdrücken. Es ist für mich auch eine Art Kunst in der ich meiner Kreativität freien Lauf lassen kann. Mich einfach wohl zu fühlen in meiner ersten und zweiten Haut. Das bedeutet Kleidung mittlerweile für mich.

Bewusster Umgang mit Mode

Auf meinem Blog geht es aber nicht nur “einfach“ um Klamotten. Sondern viel mehr darum, wieder einen bewussten Umgang mit Mode zu entwickeln. Einen Umgang den ich persönlich nie gelernt habe.  Ausschlaggebend hierfür ist mein Konsum. Den ich vor vier Jahren – nach dem ich meinen Slavery Footprint berechnet habe – kritisch hinterfragte. Mein Ergebnis war erschreckend – ausschlaggebend genug meine Sichtweise und Einstellung zu meinem persönlichen Konsum zu ändern. Mein Kleiderschrank hatte es mir damals am meisten angetan.

Ich würde es eher einen rücksichtslosen Kaufwahn nennen.

Ein Berghaufen an Klamotten. Ohne Aussicht auf einen Stopp. Ich würde es eher einen rücksichtslosen Kaufwahn nennen, den ich aber Jahrelang nicht so empfunden habe. Für mich war es ganz normal und üblich. In der Salessaision ging ich auf Schnäppchenjagt. Was mir gefiel kam mit, auch ohne vorheriger Anprobe im Laden – ziemlich gewagt. Wenn es ein Fehlkauf war, lag es im Schrank rum. Mit der Hoffnung es vielleicht irgendwann mal zu tragen, wenn es so weit kommen sollte. Und auch nach der “gesetzlichen“ Sales Saison habe ich mir gerne weitere Teile gegönnt. Der “gesetzliche“ Sale ist ja mittlerweile eh nur eine Konstrukt, der meiner Meinung nach schon lange nicht mehr existiert. Im Internet findet man tonnenweise Angebote in den Online Shops. Ein riesen Sortiment aus weiteren Fashionables und Marken. Rubriken die dauerhaft im Sale sind und den Drang des Konsums weiterhin aufrecht halten. Irgendwie hatte der ganze Kleiderwahn kein System mehr für mich und nach meinem Slavery Footprint Ergebnis auch keinen Sinn. 

Sinn???

Welchen Sinn verfolge ich also, wenn ich Kaufentscheidungen treffe? Und welche Rolle spiele ich als Verbraucherin in einem Markt, worin Textilunternehmen von Konsumenten wie mir profitieren, eine goldene Nase verdienen und im Gegenzug dazu Umwelt, Menschen, Frauen, WoC (Women of Color) in anderen Ländern ausbeuten?

Was kann ich als Verbraucherin tun, um eine Veränderung voranzutreiben und einen Markt mitgestalten zu können der fairer, sozialer und nachhaltiger agiert?

Slow Fashion statt Fast Fashion

Fast Fashion heisst das Geschäftsmodell, in dem in kürzester Zeit viel zu viele Klamotten produziert werden. Hohe Produktion, billige Preise und immer schnell wachsende Modetrends im Jahr sind Merkmale der Fast Fashion Produktion. Diese Art von Produktion führt aber zu einem enormen Ressourcenverbrauch, kritische Arbeitsverhältnisse und erhöhte Umweltverschmutzung in den Niedriglohnländern. Ein Geschäftsmodell das in den letzten Jahren zunehmend in Kritik gerät.

Eine Gegenbewegung

Slow Fashion ist immer noch ein Nischenmarkt.

Slow Fashion ist die Gegenbewegung dazu und impliziert ein Bewusstseinswandel für mehr Verantwortung und Wertschätzung gegenüber Menschen und Umwelt. Dies geschieht durch eine umweltschonende Herstellung und Auswahl der Rohstoffe. Durch fairen Handel und Nachhaltige Produktion. Sowie die Verlängerung der Haltbarkeit von Kleidung. Slow Fashion ist immer noch ein Nischenmarkt, obwohl wir es bitter Nötig haben die Massenproduktion in der Textilbranche zu entschleunigen. Es ist eine Nische in der ich persönlich noch mehr Potenzial für Aufklärung und Austausch sehe. Für mich selber und all jene die priviligiert genug sind, entscheiden zu können, welche Klamotten sie beim nächsten Einkauf kaufen wollen und welche nicht.

 

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5 Kommentare

  1. Guter Beitrag zu dem Thema Nachdenken und Nachhaltigkeit in der Mode. Wir werden wohl alle unsere Einstellung ändern müssen. Weniger und bewusst kaufen – was nicht unbedingt negativ sein muss!

    • bathibahati

      Danke Erika 🙂 Das selbe denke ich auch. Früher oder später müssen wir unsere Einstellung ändern, weil es ansonsten keine andere Alternative gibt. Und ja, es muss nicht unbedingt negativ sein. Weniger einkaufen bietet uns zum Beispiel mehr Raum für andere Dinge die uns wichtig sind. Oder vielleicht auch mehr Geld, um in bessere Qualität zu investieren. Ich habe das Gefühl das viele einen nachhaltigen Konsum mit Verzicht in Verbindung bringen und sich in ihrer Freiheit – konsumieren zu können was sie wollen – eingeschränkt fühlen. Aber vielleicht müssen wir auch hier erstmal unsere Mentalität ändern und verstehen das Verzicht nicht immer negativ sein muss, sondern auch eine Möglichkeit für mehr Lebensqualität bieten kann.

      Liebe Grüße und sonnige Tage wünsche ich dir,

      Bathy

  2. Pingback: Capsule Warderobe: Eine kurze Zwischenbewertung - bathibahati.com

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