Slow Fashion: Die Alternative zu Fast Fashion

Ja, es ist nicht einfach von der konventionellen Mode los zu kommen, oder vielleicht doch?

Was Fast Fashion bedeutet müsste mittlerweile bei jeden angekommen sein. Falls nicht, kann ich dir meinen Beitrag Fast Fashion: Die Zeiten sprechen für Decluttering im Kleiderschrank empfehlen. In diesem Beitrag habe ich die Eigenschaften der Fast Fashion Produktion dargestellt. Für alle die sich schon mit dem Begriff vertraut gemacht haben, stellt sich natürlich die Frage, welche alternativen es zu den überpräsentierten Fast Fashion Modeunternehmen wie Zara, Primark, H&M und co. gibt. Vor allem wenn das Budget nicht für faire Kleidung ausreicht, ist es nicht einfach auf das riesige Angebot des Fast Fashion Sortiments zu verzichten.

Konventionelle Mode 

Am Anfang ist es mir persönlich schwergefallen, mich stückweise von der konventionellen Mode zu trennen. Ich bin immer wieder in dieselbe, prekäre Lage geraten. Wenn ich mir endlich mal ein fair produziertes Kleidungsstück kaufen wollte, entschied ich mich zum Schluss immer für die Fast Fashion Alternative. Einfach weil sie… billiger war.

Warum ist Fast Fashion billiger?

Fast Fashion ist billiger, weil sie aus billigem Material in Niedriglohnländern produziert wird. 

billig, billiger am billigsten

Bei der Herstellung von Fast Fashion versuchen Modeunternehmen die Kosten so gering wie möglich zu halten. In anderen Worten wollen Unternehmen bei der Produktion so wenig Geld wie möglich ausgeben. Damit sich gewinnbringende Umsätze für die Unternehmen erzielen lassen, produzieren Modegeschäfte nicht selbst, sondern kaufen ihre Ware oft dort ein, wo sie am billigsten sind. Zum Beispiel in Niedriglohnländern wie Bangladesh, wo Arbeiter – unter prekären Arbeitsverhältnissen – mit umgerechnet Zwei oder Drei Euro pro Tag entlohnt werden. Ein Gehalt der meistens auch nicht zum Überleben ausreicht.

Aber nicht nur bei den Arbeitskräften in den Niedriglohnländern werden die Preise gedrückt, auch bei der Materialauswahl und Verarbeitung von Stoffen wird ordentlich gespart. 

Für die Produktion und Verarbeitung der Rohfasern, sowie die anschließende Färbung, Imprägnierung und Veredelung von Textilien, sollen ca. 3500 krebserregende, hormonell wirksame oder anderweitig giftige Chemikalien eingesetzt werden. Darunter fallen Weichmacher, Farbstoffe, Pestizide etc.

Rückstände dieser Giftstoffe bleiben in den Textilien zurück und es soll wissenschaftlich erwiesen worden sein, dass billig produzierte Textilien Schadstoffe ausdünsten. Ich habe schon öfters in Modefilialen gearbeitet und von dem chemischen Gestank neuer Ware im Lager, können glaube ich viele Verkäufer ein Liedchen singen.

Für uns Konsumenten ist das ,,dreckige“ Geschäft hinter den Kulissen natürlich nicht erkennbar. Es sei denn man hinterfragt sich, wie solche Preise, also zum Beispiel ein 2,99€ T-Shirt zustande kommen kann.

Als Studentin mit einem geringem Einkommen, blieb mir aber oft keine andere Wahl. Bevor ich mir zum Beispiel eine Hose kaufte, musste ich nicht lange überlegen, ob ich mir die eine Jeans für 20€ oder 90€ kaufe. Ich entschied ich mich oft für das günstigere Angebot, weil es ja auch nicht anders ging – habe ich zu mindestens damals gedacht.

Das Gute ist aber, dass es eine Alternative zu Fast Fashion gibt. Diese Alternative nennt sich Slow Fashion.

Slow Fashion als Alternative zu Fast Fashion

Slow Fashion steht für Entschleunigung. Und will die Massenproduktion in der Textilbranche verlangsamen. Ziel ist eine umweltschonende Herstellung und Auswahl der Rohstoffe. Fairer Handel und Nachhaltige Produktion durch hochwertige Verarbeitung. Ausserdem soll der Gebrauch und die Haltbarkeit von Kleidung verlängert werden.

Slow Fashion impliziert einen ganzheitlichen Bewusstseinswandel für mehr Verantwortung und Wertschätzung gegenüber Menschen und Umwelt. Ein Bewusstseinswandel der nicht nur auf Seiten der Unternehmen sondern auch auf der, der Konsumenten stattfindet.

Ein neuer Umgang mit Mode

Langlebigkeit 

Statt Klamotten wegzuwerfen oder immer wieder neu zukaufen, wird hier für ein Bewusstsein der Langlebigkeit plädiert. Man versucht die Haltbarkeit von Kleidung zu verlängern, in dem man Qualitativ hochwertige Kleidungsstücke vorzieht. Auf zeitlose Designs achtet oder fehlerhafte Kleidung reparieren lässt. Auch das Upcycling ist wieder in vollem Munde. Hier wird aus unbrauchbarer Kleidung etwas neues und brauchbares geschaffen.

Textiler Kreislauf

Eine weiterer Merkmal die Produktion zu verlangsamen ist es Kleidung wieder zu verwenden und somit im textilen Kreislauf zu halten. Das tut man in dem man Secondhand statt neue Ware kauft. Kleidung tauscht oder verschenkt. Es gehört auch zu den Kosten günstigeren alternativen, nachhaltig Mode zu beziehen. Und Weil der Secondhand und Vintage Markt wächst gibt es mittlerweile auch viel mehr Angebote. 

Der Ausstieg aus der konventionellen Mode bedeutet für mich persönlich auch nicht direkt, mein restliches leben auf Fast Fashion Ware zu verzichten. Vielleicht springen jetzt ganz viele Fragezeichen auf, aber hier sollte man meiner Meinung nach differenzierter Denken. 

Eine H&M Jeans Secondhand – ich betone Secondhand –  zu kaufen ist immer noch nachhaltiger als eine neu produzierte Jeans zu kaufen. Als ich vor langer Zeit nach einem Kleid auf Kleiderkreisel suchte, versuchte ich so gut es geht auf Fast Fashion Ware zu verzichten. Ein typischer Anfängerfehler der in diesem Fall aber nicht nötig gewesen wäre. Solange Klamotten im Textilen Kreislauf gehalten werden spart man Ressourcen und das ist nachhaltiger und umweltschonender als eben –  neue – Klamotten zu produzieren und zu kaufen. Getragene, verschenkte oder ausgeliehene Fast Fashion Ware zu beziehen, stellt somit kein Problem dar.

Weniger ist mehr...

Man muss nicht viel haben, um glücklich zu sein. Eine begrenzte und überschaubare Anzahl an Lieblingsklamotten, hilft uns –  statt ständig neue Klamotten zu kaufen – mit einer geringen Menge auszukommen und sich wohl zu fühlen. Ein System hierfür ist zum Beispiel die Capsule Warderobe.

Hier versucht man, mit nicht mehr als 33 Teilen – bestehend aus Klamotten, Accessoires und Schuhen – klar zu kommen. Mehr dazu erfährst du in meinem Beitrag Capsule Warderobe: Der minimalistische Kleiderschrank

Fair Fashion statt Fast Fashion

Ein kompletter Konsumverzicht wäre für unser Wirtschaftssystem – langfristig gesehen  –  eher bedenklich. Aus dem Grund lohnt es sich – Wenn es doch mal was neues sein sollte – in Fair produzierte Kleidung zu investieren und nachhaltige Brands im nachhaltigen Markt zu Supporten. 

Fair Fashion ist nämlich nicht mehr so altbacken und “öko“ wie noch vor 10 Jahren. Mittlerweile gibt einige Brands die stylische Mode kreieren und das zu einem annehmbaren Preis. Gerechte, faire und umweltfreundliche Herstellungsbedingungen haben natürlich ihren Preis. Im Gegenzug dazu haben wir aber, als KonsumentInnen die Sicherheit, dass die Produkte unter umweltschonenden und menschenwürdigen Bedingungen hergestellt werden. Anstatt uns also von den Preisen abschrecken zu lassen, macht es hier Sinn ein neues Preisgefühl zu entwickeln. Denn Shoppen gehen sollte eine Notwendigkeit bleiben und kein exzessives Hobby werden, das langfristig nicht nur unser Portmonee sondern auch der Umwelt schadet.

Anstatt Zwei billig verarbeitete T-Shirts zu kaufen, lohnt es sich vielleicht in Ein faires und nachhaltig produziertes T-Shirt zu investieren.

Favorisierte Fair Fashion Shops

Armedangles

Advocadostore

HundHund

Grundstoff

*unbezahlte Werbung, weil einfach persönliche Empfehlung

Slow Fashion wird für jeden zugänglicher 

Slow Fashion zeigt, dass man auch mit einem geringen Budget nachhaltig Klamotten beziehen kann. Mittlerweile wächst das Angebot weiter an und richtet sich auf jede Portemonnaiegrösse sowie jeden Stilgeschmack aus. Ein neues Bewusstsein für Mode zu entwickeln ist ein großer Schritt mit dem wir vieles bewegen und verändern können. 

 

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