Wie du bewusst und langfristig ein Zeichen gegen Rassismus setzen kannst!

Die Anzahl rassistischer Übergriffe nehmen zu und der Fall in Meneapolis hat gezeigt wie Ernst die Lage ist. Rassismus ist nicht nur ein Problem in den Staaten, auch hier in Deutschland herrscht ein Rassismus Problem. Fälle wie in Hanau, Hassau oder den Mord an Oury Jalloh, Laye-Alma Conto, Christy Omordion … zeigen das rassistische Übergriffe auch hier in Deutschland keine Einzelfälle sind. 

Die aktuelle Lage bleibt angespannt, emotional und hitzig zugleich. Vielen ist der Ernst der Lage erst seit einigen Tagen bewusst und einige Fragen sich was sie persönlich gegen Rassismus tun können.

Das reicht nicht aus...

Eins steht fest: Sowohl Mitleid als auch  Sätze wie ,,Wir sind doch alle gleich“ sind nett gemeint aber helfen Menschen, die strukturell aufgrund ihrer Hautfarbe oder Herkunft diskriminiert werden, auch nicht weiter. Du setzt auch kein Zeichen gegen Rassismus wenn du nach Afrika reist, Schwarze Freunde hast oder gerne Reggae, Rap und Hip Hop hörst, auf Afro-Beat tanzt und im Sommer Braids trägst. Es ist schön, wenn du Solidarität zeigst und im Netz Beiträge mit rassismuskritischem Content aka #fuckracism #blacklivesmatter teilst oder an Protestveranstaltungen teilnimmst. 

Aber mal ganz ehrlich, wenn wir wirklich etwas gegen Rassismus machen wollen, müssen wir vor allem erstmal eines tun: Uns rassismuskritisch bilden und aufklären.

kurz zu mir

In der Vergangenheit habe ich mich oft zurückgehalten, wenn das Thema Rassismus angesprochen wurde. Auch jetzt in diesem Beitrag, fühle ich mich nicht dazu verpflichtet Rassismus zu erklären oder meine Verletzlichkeit bezüglich des Themas rechtfertigen zu müssen. Welche Erfahrungen ich mit Rassismus gemacht habe und was ich als rassifizierte Person davon halte, ist mir immer noch selbst vorbehalten. Rassifizierte Menschen können nicht aus einer neutralen Perspektive über Rassismus sprechen, es bleibt ein emotionales Thema das mit viel Schmerz verbunden ist. 

Sei dir bewusst

Rassismus beginnt nicht erst dann wenn es zu gewaltsamen Übergriffen kommt, selbst durch Mikroagressionen die sich durch Aussagen wie: ,, Du sprichst aber gut Deutsch“ oder ,,Woher kommst du, aber Wirklich?“ und ,, Du bist aber Hübsch für eine Schwarze“ zum Ausdruck gebracht werden, wird Rassismus in einer scheinbar alltäglichen Unterhaltung sichtbar. Solche Aussagen sind nervig. Noch nerviger ist es meine Identität und Existenz, jahrelang beweisen und infrage stellen zu müssen. Viele sind es Leid, viele sind Müde viele geben auf, viele schweigen und tragen den Frust ihr ganzes Leben lang mit sich. 

Wenn nicht jetzt wann dann?

Aber es gibt keine besser Zeit als jetzt, um einiges nachzuholen und lauter gegen Rassismus vorzugehen. Aus dem Grund möchte auch ich meine eigene Plattform Nutzen, um mit diesem Beitrag auf unser Rassismus Problem aufmerksam zu machen.

Wir sind alle betroffen

Denn was viele nicht wissen ist, dass wir alle von Rassismus betroffen sind. Rassismus beginnt und verbleibt nicht nur bei den Opfern rassistisch motivierter Gewalttaten. Das System besteht sowohl aus Opfern als auch aus Tätern. Tätern die bewusst oder unbewusst von rassistischen Strukturen profitieren und dadurch Machtverhältnisse, Unterdrückung und Ungerechtigkeit aufrechthalten.  

Wenn du dich jetzt also Fragst was du gegen Rassismus tun kannst, solltest du die nächsten Abschnitte aufmerksam lesen. 

Eine Sache noch...

Du sollst wissen, dass ich keine Anti-Rassismusexpertin bin. In diesem Beitrag werde ich nicht tiefer auf Begriffe und Bedeutungen eingehen. Dafür gibt es im deutschsprachigen Raum genügend ExpertInnen, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, Menschen über Rassismus aufzuklären und schon seit Jahren mit Herz und Leidenschaft daran arbeiten etwas zu verändern. Meiner Meinung nach verdienen sie mehr Zuhörer und Anerkennung für ihre wichtige Arbeit. Falls ihr euch also nach einer aufschlussreicheren Aufklärungen sehnen solltet, kann ich euch empfehlen ihre Bücher zu lesen, ihre Podcasts zu hören und ihren Social Media Accounts zu folgen. Dazu aber gleich noch mehr!

Also was kannst du tun?

1. Sei offen und bereit deine eigenen Privilegien, Denkweisen und Vorurteile zu hinterfragen. Rassistisches handeln fängt meistens schon bei einem selber an. Oft auch unbewusst. Es würde viel ändern, wenn das vielen bewusst wäre.

2. Stell dir zu jederzeit folgende Frage: Wie profitierst du tagtäglich von rassistischen Machtverhältnissen und was tust du dagegen?

3. Sei offen neues zu lernen, beharre nicht auf deine eigene Sichtweise. Lerne auch andere Perspektiven zu akzeptieren.

4. Fühle dich dabei nicht persönlich angegriffen, denn es geht hier nicht um Schuld, sondern darum Verantwortung zu übernehmen.

5. Sei offen auf Diskurs einzugehen und spreche über deine Gefühle und Gedanken. 

6. Unterzeichne Petitionen. Ziemlich Aktuell ist zum Beispiel die von Charlotte Nzimiro eingeführte Petition für die rechtliche Anerkennung, dass der begriff N*  rassistisch istCharlottes Petition kannst du ganz schnell und einfach auf  Change.org unterschreiben.

7. Du fragst dich was Rassismus ist oder würdest gerne wissen, welche Erfahrungen rassifizierte Menschen mit Rassismus gemacht haben? Dann frag ExpertInnen. Denn wie schon eben erklärt, will und kann nicht jede/r betroffene darüber reden. Für rassifizierte Menschen bleibt es ein schmerzhaftes Thema. Hier ist auf jeden Fall deine Sensibilität gefragt.

8. Nutze die Möglichkeit dich aufzuklären, der Zugang zu Bildung ist mittlerweile einfacher denn je. Lese im Internet Beiträge Schwarzer Menschen oder besuche rassismuskritische Veranstaltungen, Lesungen oder Vorlesungen. (Auf Facebook werden oft interessante Veranstaltungen geteilt)

9. Lies rassimuskritische Bücher. Wenn du nicht gerne liest, dann höre dir Podcasts oder schaue dir YouTube Videos an. Folge Menschen auf Social Media, die sich sowohl mit rasssimuskritischen Themen auseinandersetzen als auch darüber informieren und aufklären. Hier ein paar Empfehlungen: 

 

Tupoka Ogette

Alice Haster

Natasha R. Kelly

Aminata Touré

Eveline Wopana Mudimu

erklaermirmal

RosaMag

Wirmüsstenmalreden

 

10. Zum Thema Rassismus gibt es mittlerweile ein riesen großes Glossar. Begriffe wie: White Privilege, Cultural Appropiation, Othering, BIoPC, Blackfacing uvm. werden für viele immer bekannter. Setze dich mit diesen Begriffen auseinander und lerne sie. 

11. Und an alle MedienmacherInnen – darunter auch BloggerInnen, PodcasterInnen und Magazin BetreiberInnen: Bietet PoC und BIPoC eine Stimme auf euren Plattformen und gebt ihnen die Möglichkeit, aus ihrer Perspektive, über bestimmte Themen sprechen zu können. 

12. Spende und unterstütze antirassistische Organisationen und Vereine aktiver Schwarzer Menschen – hier wären zum Beispiel:

 

Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V.

ADEFRA e. V.  

EOTO

KOP Berlin

Blacklivesmatter Berlin – Auch in Köln vertreten

 

13. Zeige – nicht nur auf Demos – Solidarität, sondern sei auch im Alltag proaktiv und übernehme Verantwortung, indem du Personen in deinem Umfeld oder in deiner Umgebung aufklärst, die rassistische Bemerkungen machen oder Menschen beistehst die vor deinen Augen rassistisch diskriminiert werden. Ob in der Schule, in der Bahn, auf der Arbeit oder im Supermarkt. Solidarität fängt schon im Alltag statt. 

 

hören, anschauen, lesen und teilen

Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen – Alice Haster (Buch)

Exit Racism – Topeka Odette (Buch)

Kritik der schwarzen Vernunft – Achille Mbembe (Buch)

I Am not your Negro  (Film kostenlos auf arte.de) 

Deutschland Schwarz Weiß – Noah Sow (Buch)

Afrokultur – Natasha R. Kelly (Buch)

tupodcast – Tupoka Odette (Podcast)

Farbe bekennen – May Ayim (Buch)

Eure Heimat ist unser Albtraum – Fatma Aydemit (Buch)

 

Kennst du noch mehr? Dann hinterlasse gerne ein Kommentar!

 

 

 

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