Entschleunigen und Zeit gewinnen

Das Leben scheint so schnell an uns vorbei zu ziehen und der Drang nach Entschleunigung, scheint in unserer Gesellschaft immer mehr zu wachsen.

Stimmt es, dass der Zeitmangel mit zunehmenden Alter steigt? Und wie kann man wiederum mehr Zeit schaffen, wenn man nicht die finanzielle Mittel dazu hat sich Zeit zu erkaufen?

Vielleicht sollte man die eigene Erwartungshaltung runterschrauben, die To do Liste um Drei Zeilen streichen, sich bescheidenere Ziele setzen und weniger träumen ?

Zeitmangel

Das mit dem Zeitmangel ist für mich noch immer ein unerklärliches Phänomen. Mein damaliger Nachbar hatte mir noch vor Zehn Jahren gesagt, dass die Zeit für ihn wie im Fluge vergeht. Umso älter er wird, umso schneller vergeht die Zeit. 

Damals war ich noch Sechzehn Jahre jung und konnte nur schwer erahnen was er meinte. Gefühlt vergeht die Zeit für mich heutzutage, tatsächlich viel schneller als in meiner Kindheit.

Der gesellschaftliche Leistungsdruck wächst. Auch durch die Digitalisierung wird vieles enorm schneller. Man will mithalten. Übernimmt immer mehr Verantwortung. Nimmt sich viel vor und muss damit einhergehend mehr arbeiten. 

Hektik und Stress

Kennst du das von einem Ort zum anderen zu hetzen? Hektik entsteht nicht selten, wenn es uns an Zeit mangelt und wir noch versuchen in kürzester Zeit, vieles zu schaffen. Stress und Hektik verursachen innere Unruhe. Diese können den Körper überlasten und sich in ungesunde Symptome widerspiegeln. 

Konsumrausch und Dopamine

Einkaufen wirkt sich auf das menschliche Nervensystem wie eine Droge aus und macht Glücklich. Aber inwiefern hängen Konsum und Zeitmangel zusammen?

Ich erkläre es mir mal so: Mittlerweile besitzen wir, nicht nur in Läden sondern vor allem auch im Internet, ein vielfältiges Warenangebot. Ein geeignetes Produkt zu finden, ist also mit einem höheren Aufwand verbunden, der uns mehr oder weniger Zeit kostet.

Im Netz findet man tonnenweise Informationen, Rezensionen, Inspirationen und Empfehlungen. Wir setzen uns also mit einer Flut von Informationen auseinander, um das optimale Produkt zu finden. Handelt es sich später um ein Fehlkauf, geht alles wieder von vorne los. Vor allem beim Online shopping sind Fehlkäufe unvermeidbar.

Ob Bücher, Schuhe, Taschen oder Technik. Solange es kein Spontankauf ist, investieren wir beim konsumieren nicht nur Zeit zum – konsumieren –  sondern eben auch dafür, den Konsum vorzubereiten. In dem wir erstmal, ein passendes Produkt finden müssen.

Zeit gewinnen

Ich mache mir seit einiger Zeit einige Gedanken dazu, wie ich mit kleinen Veränderungen wieder mehr Zeit im Alltag gewinnen kann. Dabei habe ich mir folgende Überlegungen gemacht:

Meine Afro Haare zu pflegen, ist zum Beispiel mit einem – recht hohen – Zeitaufwand verbunden. Ich habe daran gedacht meine Haare für einen längeren Zeitraum, im Protective Hairstyle zu tragen. Auch die morgendliche oder abendliche Suche nach dem perfekten Outfit für die Arbeit o.ä. kann täglich Zeit kosten. Zeit die ich aber gekonnt mit meiner Capsule Warderobe sparen kann.

Priorisieren

Generell ist es auch ein guter Anfang weniger zu konsumieren und sich nur auf das wesentliche zu beschränken. Hierbei spielt auch die Priorisierung eine wichtige Rolle. Sich Prioritäten setzten, indem man sich fragt, was nun wirklich wichtig und dringlich ist. Dazu gehört auch ganz offen und ehrlich mal Nein zu sagen, wenn etwas zu viel oder überflüssig wird.

umso älter umso schneller

Ausserdem glaube ich nicht das die Zeit schneller vergeht wenn man älter wird. Es mag sich so anfühlen, aber den eigentliche Grund erkenne ich eher an einem routinierten Tagesablauf und dem Mangel an Spontanität. Vieles ist meistens schon vorgeplant und man lässt sich wenig Raum, aus dem Alltag auszubrechen und neues zu erleben. Denn wenn ich so recht überlege gibt es auch Heute noch Tage indem mir die Zeit, für einen kurzen Moment so vorkommt wie eine Ewigkeit.

 

Zitat

Wir haben keine Zeit, aber zum Shoppen schon. Wir sind immer unterwegs und kommen doch nie richtig an. Wir wollen rund um die Uhr unterhalten werden, aber unterhalten uns nicht mehr richtig. Wir sind viel beschäftigt und oft geschafft. Wir meiden Augenkontakt, aber schauen selbst beim Gehen auf Bildschirme. Wir erheben die Schnelligkeit zu einer Tugend und fürchten Langsamkeit und Stillstand. Wir leben in einer Welt des Überflusses, aber befinden uns nur selten im Flow.

einfachbewusst.de

 

 

 

 

 

 

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